British Armour

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Andreas Kowald
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British Armour

Beitrag von Andreas Kowald » Fr 5. Jul 2019, 14:11

Ich finde es faszinierend wie in Großbritannien die ersten Panzer entwickelt und erfolgreich eingesetzt wurden, wie es in kurzer Zeit während des ersten Weltkriegs zunächst eine Fülle von Verbesserungen und Weiterentwicklungen gab – nur um unmittelbar nach Kriegsende das Interesse an diesen Fahrzeugen fast komplett zu verlieren.
Nach nur wenigen Typen leichter und mittlerer Panzer in vergleichsweise geringen Stückzahlen während der Zwischenkriegszeit brach dann nach Beginn des zweiten Weltkriegs und dem Verlust eines Großteils der gepanzerten Fahrzeuge bei Dünkirchen eine regelrechte Panik aus und es wurde gebaut was ging.
Beim Versuch den entstandenen Entwicklungsrückstand aufzuholen entstanden in kurzer Zeit eine beeindruckende Vielfalt von mehr oder (oft auch) weniger erfolgreichen Typen.
Und obwohl das Thema in 1:87 doch ziemlich exotisch sein dürfte läßt sich doch erstaunlich viel ins Modell umsetzen.

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Den Anfang macht „Little Willie“, der in Anspielung auf den dt. Kaiser so genannten ersten funktionierenden Prototypen.
Es gab schon vorher Versuche gepanzerte Kästen auf kommerzielle Raupenfahrwerke zu setzen, das war aber nicht von Erfolg gekrönt. Erst eine neu konstruierte Kette die nicht mehr so schnell geworfen wurde und ein etwas verlängertes Fahrwerk brachte Erfolg.
Little Willie war eigentlich noch mit einer Turmattrappe geplant, der hohe Schwerpunkt vereitelte das Vorhaben allerdings.
Kriegstauglich war die Konstruktion so aber dennoch nicht, es mangelte an der Fähigkeit Gräben zu überschreiten (gas gleiche Problem wie bei den schweren französischen Modellen, die vergleichbare Laufwerke nutzten).
Das Originalfahrzeug ist erhalten und ist im Tank Museum in Bovington ausgestellt, das Modell ist ein 3D-Druck.

Im weiteren Verlauf entstand dann die typische rhomboide Grundform mit komplett umlaufenden Ketten und Bewaffnung in seitlichen Kästen. Der erste derartige Prototyp „Mother“ ging fast unverändert als Mk 1 in Serie:

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Die Räder am Heck sollten das Lenken im Gelände vereinfachen, was sich in der Realität aber nicht bewährte.
Das Gestell wurde oft angehoben belassen oder direkt abmontiert. Spätere Baureihen verzichteten von vorneherein darauf.
Das „Dach“ aus Holzlatten und Kaninchendraht sollte es gegnerischer Infanterie erschweren Sprengladungen auf das Dach des Panzers zu werfen.
Auch das schien sich nicht zu bewähren und verschwand schnell wieder - wie auch die aufwendige Tarnlackierung der ersten Panzer.
Da die Fahrzeuge sowieso komplett mit Matsch überzogen waren und das Aufbringen der Lackierung viel Zeit brauchte ging man nach wenigen Monaten schon auf eine einfarbige Lackierung in einem grünbraun über.
Das Modell ist ein 3D-Druck einer „Male“-Version (mit Kanonen und MGs, im Gegensatz zu „females“ mit ausschließlich MG-Bewaffnung).

Nach den Mk 2 (Trainingsfahrzeuge aus normalem Stahl) und wenigen Mk 3 ging die Produktion zum Mk IV über, der das meistgebaute britische Panzerfahrzeug seiner Zeit wurde.
Beim diesem Artitec-Modell der Female-Version handelt es sich um ein Exemplar das in Australien ausgestellt und vorgeführt wurde um für den Kauf britischer Kriegsanleihen zu werben.
Dort ist es noch heute, als Ausstellungsstück im ANZAC-Memorial.
Die Farbe habe ich von heutigen Fotos abgeleitet, ich würde aber vermuten daß die Originalfarbe auch das Serien-grünbraun gewesen sein dürfte. Wer weiss.

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Bei den ersten erfolgreichen Einsätzen der Tanks stellte sich schnell heraus das durchgebrochene Panzer zu unbeweglich waren um den Durchbruch auch ausnutzen zu können.
Aus dieser Erkenntnis heraus wurden die rhomboiden Tanks als Durchbruchspanzer eingesetzt, entstandene Lücken sollte dann von leichteren, schnelleren Panzern als Kavallerieersatz ausgenutzt werden.
Dieses Konzept sollte sich in Form der Infanterie- und Cruiserpanzern noch weit bis in den zweiten Weltkrieg halten, wenn es auch zunehmend aufweichte.

Das erste Fahrzeug dieser Art war der Whippet (Windhund).
Die Geschwindigkeit war mit knapp 14 km/h tatsächlich viel höher als bei den Mk IV, dafür waren -neben der dünneren Panzerung- auch zwei Motoren erforderlich, die unabhängig voneinander jeweils eine Kette antrieben.
Entsprechend schwierig war das Fahrzeug zu steuern.
Das Modell ist wiederum ein 3D-Druck. Bei der Gestaltung habe ich mich am Exemplar des Bovington Tank Museum orientiert, wie auch bei vielen weiteren Modellen.

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To be continued....
Et hätt noch immer jot jejange!

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